Musik: Big Boi – Lines (feat. A$AP Rocky & Phantogram)
10. November 2012

Big Boi Vicious Lies and Dangerous Rumors

Da steht uns dieses Jahr noch ein spätes Highlight bevor: Am 11. Dezember erscheint Big Bois zweites Soloalbum Vicious Lies & Dangerous Rumors. Um die Spannung aufzubauen, veröffentlichte die bessere Hälfte von Outkast in den letzten Monaten immer wieder Songs zwischen Pop und Rap von der Platte. Gestern erschien Lines auf seiner Soundcloud-Seite. Und der Altmeister zeigt Geschmack: Der Track featured Nachwuchs-Star A$AP Rocky, produziert wurde er vom Electropop-Duo Phantogram, deren Sängerin Sarah Barthel auch die Hook singt.

Musik: The Weeknd – The Zone (feat. Drake)
8. November 2012

The Weeknd Trilogy

Über ein Jahr ist es nun schon her, als The Zone erstmals auf Thursday, dem zweiten The Weeknd-Mixtapes  erschien. Im Rahmen der Wiederveröffentlichung der Mixtapes als Trilogy bekam der Song jetzt auch ein Musikvideo verpasst. Er wurde dafür etwas anders geschnitten, Drakes Rap ist jetzt in der Mitte statt am Ende wie im Original. Ansonsten ist es die selbe großartige Ich-habe-Sex-und-denke-dabei-an-eine-Andere-Ballade.

Musik: Die besten Songs 2011 – zweite Jahreshälfte
12. Dezember 2011

2011 ist nun schon fast vorbei. Musikalisch eher ein mittelmäßiges Jahr, zum Glück gab es diese Künstler und ihre Songs. Auffällig war auch, dass die Musikblogs anscheinend langsam Einfluss auf die Singlecharts bekommen, mit Lana Del Rey, Gotye und Foster The People stehen gleich drei ehemalige Bloghypes gerade in den deutschen Top 10.

Air France It Feels Good To Be Around You

Air France – It Feels Good To Be Around You (DOWNLOAD)
Das Duo Air France aus dem wunderschönen Schweden macht nicht viel, aber was sie machen, ist großartig. It Feels Good To Be Around You ist das erste Lebenszeichen seit 2009, die letzte EP liegt sogar schon über drei Jahre zurück. Der Song entschädigt aber komplett für die lange Wartezeit. Musik, die einem selbst im tiefsten Winter vom Sommer träumen lässt (einem richtigen Sommer, nicht der 2011-Regenzeit).

Bon Iver Holocene

Bon Iver – Holocene
Auf dem zweiten Bon Iver-Album sind viele gute Songs, aber heraus ragt die zweite Single Holocene. Steht am Anfang nur die simple, aber wunderschöne Gitarrenmelodie, setzen nacheinander die komplexen Drums und Blasinstrumente ein und steigern das Lied immer weiter, das so trotz seiner Gelassenheit eine unheimliche Intensität bekommt. Und über allem thront die Stimme von Justin Vernon, wahrscheinlich die beste männliche Popstimme, die wir zur Zeit haben. Und singt über Selbstvergiftung und die Flucht in die Landschaft.
Passend dazu gibt es ein überwältigend schönes Musikvideo.

Drake Marvin's Room

Drake – Marvins Room (DOWNLOAD)
Der eleganteste und emotionalste Song, der je über Drunk Dialing geschrieben wurde, war anfangs nur ein Geschenk an die Fans, ein kostenloser Download auf Drakes Blog. Allerdings waren die Reaktionen so euphorisch, dass erst ein Video gedreht wurde, dann kam der Song entgegen den ursprünglichen Planungen auch auf seinem Album Take Care unter. Der kanadische Sänger und Rapper singt hier einmal mehr sein „jung, reich und unverstanden“-Lied und telefoniert einer alten Flamme hinterher, die längst mit einem Anderen zusammen ist, darunter liegt der minimalistische Beat von Drakes Hausproduzenten Noah “40” Shebib. Und zum Schluss gibt es ein wunderschönes Klavier-Outro vom Feist-Produzenten und Hobbyrapper Chilly Gonzales.

Fink Perfect Darkness

Fink – Berlin Sunrise
Fin Greenall ist Sänger, Songschreiber, DJ und Produzent. Unter dem Namen Fink veröffentlicht der Engländer schon seit einigen Jahren tolle Musik, die zwar Folk-inspiriert ist, sich aber aktuellen Themen und Techniken nicht verschließt. 2011 erschien sein Album Perfekt Darkness, und der letzte Song darauf ist diese wunderschöne Ballade. Ein Lied darüber, dass im Rausch auch immer schon der Kater lauert. Und über das Wissen, dass das Leben nicht immer so schön sein wird wie in dem Moment, wenn nach einer durchgefeierten Nacht über Berlin die Sonne aufgeht.

Jay-Z Kanye West Watch The Throne

Jay-Z & Kanye West – New Day
Watch The Throne, das monströs große gemeinsame Album der beiden Superstars, dürfte locker eines der höchsten Budgets der Musikgeschichte zur Verfügung gehabt haben. Davon kann man dann halt größere Produzenten und bessere Samples bezahlen als die Konkurrenz. Hier baut ihnen Wu-Tang-Kopf The RZA aus Nina Simones Klassiker Feeling Good und ein paar dezenten Synthies einen außergewöhnlich schönen Beat. Und der motiviert die Beiden zu einem der reflektierteren Raps der Platte, eine Art Brief an ihre imaginären Söhne.

lana del rey video games

Lana Del Rey – Video Games
Was soll man zu diesem Lied noch schreiben? Es gab in den letzten sechs Monaten wohl kaum eine Künstlerin, die öfter beschrieben, interpretiert und befragt wurde als die 24jährige Retro-Sängerin Lizzy Grant. Also noch einmal kurz die Zusammenfassung: Blog-Hype im Juli um den Song und das Youtube-Schnipsel-Video, danach langsam vom Mainstream entdeckt, Platz 1 der deutschen Single-Charts im Dezember. Und auch wenn man denkt, man müsste langsam genug von dem Lied haben: Wenn diese Stimme die ersten Zeilen singt, hat einen der Song wieder. Und man ist wieder so begeistert wie beim ersten Hören.
Toll sind auch die inspirierten Remixe von Jamie Woon und Balam Acab.

M83 Midnight City

M83 – Midnight City
Es überrascht, dass es auf den bisherigen vier Alben des französischen Synthiepoppers Anthony Gonzales noch keinen Song namens Midnight City gab, war seine Musik doch schon immer nokturnal und urban. Die Leadsingle seines 2011er-Werks Hurry Up, We’re Dreaming ist eine mitreißende Hymne über eine nächtliche Fahrt durch seine Wahlheimat Los Angeles. Und eine perfekte Mischung aus innovativen Sounds und vertrauter 80er-Romantik.

Phantogram Nightlife

Phantogram – Don’t Move (DOWNLOAD)
Phantogram sind ein Duo aus Upstate New York und nehmen ihre Musik in einer alten Scheune auf. Heraus kommt aber kein Folk oder Country, sondern allerfeinsten Electropop wie auf der diesjährigen Nightlife EP. Don’t Move ist die mitreißend tanzbare Single.
Keep Your Body Still? Bei dem Song eigentlich unmöglich.

The Rapture How Deep Is Your Love

The Rapture – How Deep Is Your Love
Ich hätte nicht gedacht, von dieser Band noch einmal etwas zu hören. The Rapture waren Anfang des letzten Jahrzehnts die Hauptprotagonisten des DFA/Dancepunks-Hypes und verschwanden 2006 nach einem eher schwächeren zweiten Album komplett von der Bildfläche. 2011 erschien dann plötzlich ihr Philippe Zdar-produziertes Comeback-Album In The Grace Of Your Love mit dieser Monstersingle im Gepäck: How Deep Is Your Love ist nur im Titel eine Bee Gees-Hommage, die drei New Yorker brennen hier ein gewaltiges House-Feuerwerk ab. Und wie schon bei Midnight City ist es ein Saxophon, dass am Ende einen guten Song in einen genialen verwandelt.

The Weeknd Initiation

The Weeknd – Initiation (DOWNLOAD)
The Weeknd haben in diesem Jahr genug gute Musik veröffentlicht, um eine eigene Top10-Liste zu füllen. Das meiste davon war eleganter R’n’B, das Highlight des zweiten Halbjahres ist aber ein HipHop-Track. Initiation ist der Teaser für das noch nicht veröffentlichte dritte Mixtape Echoes Of Silence, das hoffentlich noch in diesem Jahr erscheint. Der progressive Beat und das konstante Pitch-Shifting der Vocals zeigen die Fähigkeiten der beiden Produzenten Illangelo und Doc McKinney, während sich Sänger/Rapper Abel Tesfaye in halsbrecherischer Geschwindigkeit durch den Song bewegt und dabei weitere Einblicke in seine faszinierende wie beängstigende Welt aus Sex, Drogen und verratener Liebe gibt.

Hier sind die 10 besten Songs des ersten Halbjahres.

Musik: Drake – Take Care (feat. Rihanna)
8. November 2011

Drake Take Care

Der kanadische Rapper und Sänger Drake bringt am 15. November Take Care, den langerwarteten Nachfolger seines Debüts Thank Me Later heraus, mit dem er es im letzten Jahr bis an die Spitze der US-Charts schaffte. Um die Wartezeit zu überbrücken, landeten in den letzten Monaten immer mal wieder Songs des Albums im Internet, diese Woche gleich drei auf einem Streich:
Crew Love mit meinen Helden von The Weeknd, das spektakuläre Lord Knows mit Rick Ross und als Highlight Take Care, Titeltrack des Albums und vielleicht auch dritte Single nach Marvin’s Room und Headlines. Produziert wurde es von dem englischen Elektronik-Wunderkind Jamie XX, der Track basiert auf dessen Remix des Gil Scott-Heron-Songs I’ll Take Care Of You. Der Song ist also ein Cover eines Remixes einer Coverversion eines alten Soulklassikers, das nur mal so als Beweis, dass der Pop sich gerade selbst frisst.

Musik: Gorillaz – Sweepstakes (feat. Mos Def)
21. März 2010

Das neue Gorillaz-Album ist die erwartete Pop-Wundertüte, mit genug Sounds und Ideen für 10 Alben. So ist man erstmal erschlagen von der puren Masse der 16 Songs und den Superstar-Auftritten (Snoop Dogg! Lou Reed!! Mick Jones & Paul Simonon!!!).
Aber ein Lied, dass sofort auffällt und auch später noch eines der Highlights der Platte ist (neben dem wunderschönen On Melancholy Hill, welches als dritte Single geplant wird) ist Sweepstakes mit Überrapper Mos Def und dem Hypnotic Brass Ensemble.
Dieser Song ist einfach großartig: Während der fulminante Beat spätestens nach 2 Minuten mit dem Einsetzen der Blechbläser fast schon absurd hektisch wird, lässt sich Herr Def nicht aus der Ruhe bringen und bringt locker seinen Text über Verlierer und Gewinner in Glücksspiel und Gesellschaft nach Hause. You’re a winner!

Musik: Uffie – MC’s Can Kiss
15. Februar 2010

Erinnert sich noch jemand an Uffie? Die eher eigenwillig rappende, stets oversexed daherkommende Quotenfrau von Ed Banger, dem Über-Technolabel von 2005 – 2008? Pop The Glock war 2006 ihre bemerkenswerte Debütsingle, ihr wahrscheinlich bekanntester Song Tthhee Ppaarrttyy erschien 2007 auf  dem Album † von Justice. Das letzte Lebenszeichen, Robot Oeuf vom Labelsampler Ed Rec Vol. 3, stammt von 2008.
Diesen Mai (und damit mindestens 3 Jahre zu spät, aber u.a. einer Schwangerschaft verschuldet) wird ihr Debütalbum „Sex Dreams and Denim Jeans“ erscheinen, viel zu lange nach dem Ed Banger- und Electro-Hype. Eigentlich ein Grund, es komplett zu ignorieren, wenn die neue Single MC’s Can Kiss nicht so großartig wäre. Auf einem gewohnt hektischen Beat von Mr. Oizo bringt Uffie eine gelungene, sehr selbstbewusste Performance. Und am Ende: Saxophonsolo!

Musik: Amanda Blank – I Love You
8. August 2009

amandablaNicht vom Titel täuschen lassen, bei der amerikanischen Rapperin Amanda Blank geht es viel um Sex und wenig um Liebe.

Erstmals auffällig wurde sie 2006 auf der grandiosen Single Bump der Elektro-Hip-Hopper Spank Rock. Seitdem gab es mehrere Gastauftritte und erst jetzt ihr Debüt-Album, produziert von Helden-Produzent Diplo (M.I.A., Santigold, Major Lazer). Dieser mischte Elektro-Beats, Old-School-Rap und80s-Pop zu einem ultramodernen Soundcocktail, auf dem Blank rappt und öfter auch singt.

Might Like You Better erschien schon vorab als Single, das grandiose DJ ist hoffentlich die nächste. Dazu gibt es Gastauftritte der schwedischen Sängerin Lykke Li, den Rappern Chuck Inglish von den Cool Kids und Spank Rock und dazu das LL Cool J-Cover „A Love Song“, das man schon von Diplos Mixtape „Top Ranking“ kannte, jetzt als vollständiger Song.

Update: Besserer Link zu DJ.