Musik: Die besten Songs 2014 – erste Jahreshälfte
30. Juni 2014

Huch. Ein Artikel. Hier war in letzter Zeit eher Funkstille, aber der alten Zeiten und der tollen Musik wegen gibt es hier nochmal die besten Songs der letzten 6 Monate. Mal schauen ob noch mehr kommt.

Banks – Brain

Die amerikanische Sängerin hat in den letzten 18 Monaten einen geschmackvollen Popsong nach dem anderen veröffentlicht, Brain ist eines der Highlights. Was den Song von anderen Popsongs abhebt ist die Wut in ihrer Stimme, wenn sie mit einem allzu gefälligen Lover abrechnet.

Cam’ron & A-Trak – Dipshits (feat. Juelz Santana)

Zukunft ist Vergangenheit: Einige der führenden Köpfe der Diplomats- und Roc-a-Fella-Crew lassen es hier krachen, als ob es immer noch 2004 wäre. Und wenn Cam’ron, Just Blaze und Dame Dash auf einem Track zu finden sind, wünscht man sich nur noch der gute Jay-Z würde die alten Rivalitäten überwinden können und noch einmal mit den Jungs um den Block ziehen.

FKA Twigs – Two Weeks

[vimeo http://vimeo.com/98739750]

Die englische Sängerin hat in ihrer kurzen Kariere schon einige beeindruckende Songs veröffentlicht, aber Two Weeks übertrifft alles. Die erste Single ihres demnächst erscheinenden Debütalbums ist druckvoll, mitreißend und sexy.

How To Dress Well – Words I Don’t Remember

Tom Krell hat einen Master in Philosophie, schreibt an seiner Dissertation über Nihilismus in der deutschen Philosophie im 18. und 19. Jahrhundert und veröffentlicht dazu Alben unter dem Pseudonym How To Dress Well. Und der Kopf eines Philosophen, das Herz eines Liebenden und eine Stimme wie Justin Timberlake ergeben hier zusammen ein wunderbares, unkitschiges Liebeslied.

Jessie Ware – Tough Love

Der Verlobte der englischen Sängerin hat es nicht leicht, denn seine Angebetete ist mittlerweile weltweit erfolgreich und entsprechend oft unterwegs. Ihm widmet sie Tough Love, den ersten Ausblick auf ihr in diesem Jahr erscheinendes zweites Album.

Markus Wiebusch – Nur einmal rächen

Nachdem Kettcar auf dem letzten Album etwas zu sehr in der eigenen Komfort-Zone gefangen war, versucht es Sänger und Texter Marcus Wiebusch auf Solopfaden. Hier erzählt er zu beschwingter Musik die Geschichte eines leicht getriebenen Jungmillionärs.

Ought – Habit

Lou Reed ist tot, aber sein musikalisches Erbe lebt weiter. Hier lassen ihn ein paar Jungs aus Montréal, die eindeutig alle Velvet Underground-Platten gehört haben, wieder auferstehen.

ScHoolboy Q – Man Of The Year

Der Rapper feiert hier auf einem tollen Beat mit Chromatics-Sample vor allem sich selbst. Wer aber über die etwas oberflächigen Lyrics hinwegsehen kann, ist auch auf der Party eingeladen.

Todd Terje – Johnny And Mary (feat. Bryan Ferry)

Der norwegische Produzent holte sich für einen Track seines ersten Album die Musiklegende Bryan Ferry ins Boot. Zusammen covern sie Robert Palmers 80er-Hit so, wie ein Cover sein sollte: Respektvoll und doch ganz anders als das Original.

Vic Mensa – Down On My Luck

Vic Mensa ist ein entspannter Rapper aus Chicago ohne Berührungsängste zum Pop. Down On My Luck klingt aber eher nach England und elektronischer Musik statt USA und Hip-Hop.

Musik: Die besten Songs 2013 – erste Jahreshälfte
30. Juni 2013

Und auch dieses Jahr wieder: Die schönsten, eingängigsten, mitreißensten, kurz die besten Songs der letzten sechs Monate.

Cold Cave God Made The World

Cold Cave – God Made The World
Wesley Eisold hat in seiner Jugend anscheinend sehr viel die Sisters Of Mercy gehört, klingt er doch auf seinem Projekt Cold Cave sehr nach dem 80er-Gothic-Rock der Engländer. Aber wie bei seinen Vorbildern in ihren besten Momenten sind seine Songs mitreißend, kraftvoll und eingängig. Und auf God Made The World zeigt er ein enormes Selbstbewusstsein: Gott hat vielleicht die Welt gemacht, aber er diesen Song. Für dich.

Chvrches Recover

Chvrches – Recover
Wie so viele aktuelle Electropop-Bands schulden auch die drei Schotten von Chvrches eine Menge der schwedischen Über-Band The Knife und deren visionären Album Silent Shout. Zwar ist ihr musikalischer Ansatz heller und poppiger als bei ihren Vorbildern, Lauren Mayberrys Texte aber sind es nicht, wie bei dieser emotional vorgetragenen letzten Chance für einen Lover.

Daft Punk Get Lucky

Daft Punk – Get Lucky (feat. Pharell)
Der Sommerhit des Jahres kommt von ein paar alten Helden, denen man zwar ehrlich gesagt immer noch große Musik, aber keinen Pop-Radio-Hit mehr zugetraut hätte. Aber das funky-tanzbare Get Lucky begeistert einfach jeden, und war absolut zurecht an der Spitze fast aller relevanten Charts.
Die längere, musikalisch reichere Album-Version ist der Single absolut vorzuziehen.

Disclosure AlunaGeorge White Noise

Disclosure – White Noise (feat. AlunaGeorge)
Disclosure sind das aktuell heißeste Ding in englischer Tanzmusik, obwohl ihr Sound sich wie eine Mischung aus dem House der 90er und dem Pop von Artful Dodger um die Jahrtausendwende anhört. Aber die Musik auf ihrem Debüt Settle ist tanzbar, eingängig und perfekt produziert. Für die tolle Single White Noise holten sich die beiden Brüder die Sängerin Aluna Francis ins Studio, nach eigener Aussage ein „popstar in training“ und Hälfte des Duos AlunaGeorge.

Dornik Something About You

Dornik – Something About You
Der Tourdrummer von Jessie Ware durfte schon auf deren Konzerten seine äußerst angenehme Stimme präsentieren, als er den Sampha-Ersatz für das Duett Valentine gab. Seine Debüt-Single überrascht trotzdem: Der slicke, entspannte Beat klingt nach kalifornischen Swimmingpools, Dornik singt darauf wie der junge Michael Jackson.

James Blake Retrograde

James Blake – Retrograde
Nachdem die beiden bekanntesten Songs seines erfolgreichen Debüts Coverversionen waren, wollte der englische Ausnahme-Musiker beweisen, dass er auch selbst eine große Single schreiben kann. Das Ziel hat er locker gerissen, Retrograde ist nicht nur sein bester Song, sondern der bis jetzt beste Song des Jahres. Auf einer für ihn typischen Mischung aus Klavier und progressiven Electro-Sounds singt der ehemalige Electrofrickler James Blake als wäre er D’Angelo.

Jai Paul

Jai Paul – Str8 Outta Mumbai
Jay Paul ist eine Enigma, der Londoner gibt nahezu nichts über sich preis und hat in den letzten drei Jahren exakt zwei Songs veröffentlicht. Die waren aber so brillant, dass eine stetig wachsende Fangemeinde sehnsüchtig auf mehr hofft.
Im Frühjahr erschien dann urplötzlich ein Album von ihm, welches aber schon zwei Tage später wieder zurückgezogen wurde. Aber darauf waren einige Pop-Perlen, oft noch in einem sehr unfertigen Zustand. Das Highlight Str8 Outta Mumbai ist RnB mit ADHS, hektisch, mitreißend und begeisternd.

Justin-Timberlake The 20/20 Experience

Justin Timberlake – Strawberry Bubblegum
Ein Popsong wie in den 50ern: Glückliche Liebe und Kaugummi-Metaphern. Die Musik dazu ist natürlich etwas moderner, vor allem aber extrem eingängig. Ein Mitsing-Song für glücklich Verliebte. Zum Probehören hab ich leider nur einen (guten) TV-Auftritt gefunden, aber holt euch zum Anhören doch einfach das Album, es lohnt sich.

Kanye West Yeezus

Kanye West – New Slaves
Das neue Album des HipHop-Superstars enthält praktisch nichts, was man als radiotauglich oder hitverdächtig bezeichnen könnte, so sehr hat West seine Vision von Musik durchgezogen. Auf New Slaves ist er wütend über den Stand der Schwarzen in den USA, und so hört sich der Track auch an: Aggressiv und düster. Bis sich am Ende der Druck durch ein perfekt eingesetztes obskures Sample und den wie immer bezaubernden Frank Ocean löst.

Mount Kimbie Cold Spring Faultless Youth

Mount Kimbie – Made To Stray
Die beiden Engländer von Mount Kimbie stehen sonst eher für verkopftes Electro-Gefrickel, aber die erste Single ihres zweiten Albums Cold Spring Faultless Youth entwickelt sich nach ruhigen Beginn fast zum Popsong, komplett mit Lyrics zum Mitsingen.

Musik: Moderat – Bad Kingdom
28. Juni 2013

Moderat II

Moderat sind zurück! Vier Jahre nach dem ersten gemeinsamen Albums der Berliner Technohelden Modeselektor mit Sascha Ring aka Apparat erscheint am 2. August das eher spartanisch betitelte Moderat II. Heute erschien die erste Single der Platte: Bad Kingdom ist ein eingängiger Popsong auf einem basslastigen Beat. Das hypnotische Video erzählt in tollen, gezeichneten Bildern eine Geschichte von Gier und fehlender Moral.

Musik: Tricky – Does It
30. Mai 2013

Tricky False Idols

Trickys diese Woche erschienenes zehntes Studioalbum False Idols scheint tatsächlich eine Rückkehr zu seiner Hochform Mitte der 90er zu sein. Die Vorabsingle Nothing’s Changed war schon gut, Does It ist mit seiner aggressiven Düsterheit nochmal um einiges besser. Und ein Video mit dem doch stark in die Jahre gekommenen Prinzen der Dunkelheit gibt es diesmal auch.

Musik: Boards Of Canada – Reach For The Dead
24. Mai 2013

Boards of Canada Reach For The Dead

Boards Of Canada sind ein legendäres schottische Electronic-Project, bestehend aus den Brüdern Michael und Marcus Eoin Sandison. Ihre erfolgreichste Phase hatten sie um die Jahrtausendwende herum, vor allem das Album Music Has The Right To Children von 1998 überzeugte mit wunderschönen Klangcollagen irgendwo zwischen Nostalgie und Futurismus. Seit 2006 gab es kein neues Material von ihnen zu hören, aber am 5. Juni erscheint ihr neues Album Tomorrow’s Harvest.
Und jetzt gibt es nach vielen lustigen Marketingsspielchen endlich den ersten Track zu hören: Reach For The Dead fängt so düster an, wie der Titel andeutet, erhält im weiteren Verlauf aber eine immer mehr durchscheinende hypnotische Schönheit, die nicht überwältigt, aber doch berührt.

Und wer sich jetzt denkt: Der Track ist ja ganz schön, aber ich würde gerne mal hören, wie er rückwärts klingt, für denen haben Boards Of Canada da mal was vorbereitet.

Musik: Stay Positive – You Hate Me (feat. Cooly G)
2. Mai 2013

Stay Positive You Hate Me Cooly G

Wow, so eine mitreißende Dancenummer  irgendwo zwischen 1990 und 2013 hab ich schon lange nicht mehr gehört. Der britische Produzent  Matt Farthing veröffentlicht seit zwei Jahren unter dem Namen Stay Positive oder Stay+ tanzbare Musik, die sowohl Retro als auch experimentell daher kommt. Cooly G hingegen stammt vom Hyperdub-Label und macht dort abstrakten Soul. Zusammen schaffen sie einen herausragenden Track. Spektakulär, tanzbar und melancholisch.

Musik: Daft Punk – Get Lucky (feat. Pharrell & Nile Rodgers)
18. April 2013

Daft Punk Random Access Memories

Hat ja ein wenig gedauert. Am 17. Mai erscheint tatsächlich Random Access Memories, das vierte reguläre Album der französischen Technolegenden. Und es ist das Erste seit 2005 und dem eher enttäuschenden Human After All.  Und jetzt gibt’s endlich die erste Single Get Lucky zu hören. Wer den Sound der früheren Alben erwartet, wird aber enttäuscht werden: Die Roboter sind ganz schön funky geworden. Oh, und Pharrell kann plötzlich singen.
Der offizielle Releasetermin ist heute um Mitternacht (Eastern Standard Time). Aber hier und hier gibt’s den Song schon zu hören.

Update. Uh, oh, Soundcloud-Stream. Lässt sich aber nicht einbinden. Und mal sehen, wie lange der oben ist.

Update2: Viva.tv

Jai Paul – Crush
15. April 2013

Jay Paul

Gut Ding will Weile haben. Jai Paul veröffentlichte seit 2010 nur zwei Tracks, BTSTU und Jasmine, aber die waren so brillant, dass er sich damit eine gespannt auf mehr wartende Fangemeinde aufbaute.
Gestern erschien dann plötzlich und ohne Vorankündigung ein Album auf der Bandcamp-Seite, welches das langerwartete Debüt des Engländers zu sein schien. Heute hat er sich davon anscheinend distanziert und die Songs als unfertige Demos bezeichnet. Und auch wenn vieles an den Liedern unfertig wirkt, sind sie absolut großartig. Electro-R&B mit ADHS, aber so sorgfältig produziert, als wäre er James Blakes etwas prolliger Cousin.
Heraus sticht neben anderen seine Cover-Version des 1998er-Sommerhits Crush von Jennifer Paige.

Musik: The Knife – A Tooth For An Eye
9. März 2013

The Knife A Tooth For An Eye

The Knifes viertes Album Shaking The Habitual rückt näher, am 4. April ist es endlich so weit. Seit gestern gibt es auch die zweite Single zu hören: A Tooth For An Eye klingt ruhiger und mehr nach klassischen Knife als Full Of Fire, ohne das sich das schwedische Geschwisterpaar Karin Dreijer Andersson und Olof Dreijer wiederholt.
Das Video zeigt eine sportliche Männertanzgruppe und dekonstruiert so laut offiziellem Statement „Bilder von Männlichkeit, Macht und Herrschaft.“

[vimeo http://vimeo.com/61175270]

Das Video kürzt den Song, hier ist er vollständig:

Musik: Tricky – Nothing’s Changed
27. Februar 2013

Tricky False Idols

Sein bestes Album seit Maxinquaye! So wird traditionell jedes Album des Bristoler Ausnahmetalents angekündigt, aber die Höhen seines 1995-Debüts hat er nur noch selten erreicht. In diesem Jahrtausend schwankte seine Musik sogar eher zwischen schlecht und belanglos, was es selbst einem loyalen Fan wie mir schwer machte, seiner Karriere weiter zu folgen.
Nun also Album Nummer Zehn. Nothing’s Changed ist die erste Hörprobe von False Idols, das im Mai auf dem Berliner Electronic-Label !K7 erscheinen soll. Der Song klingt wirklich sehr nach den alten Zeiten, was vor allem daran liegt, dass Tricky hier sein Meisterwerk Makes Me Wanna Die ausgiebig zitiert. Mal schauen, wie der Rest wird.
Zum Preis einer eMail-Adresse gibt es einen freien Download.