Musik: Die besten Songs 2012 – erste Jahreshälfte

Die Zeit fliegt und es sind mal wieder die ersten sechs Monate des Jahres vorbei. Hier sind die zehn Songs, die bei mir am meisten Eindruck hinterlassen haben:

JMSN Alone

JMSN – Alone
Christian Berishaj machte früher als ChristianTV krawalligen Electropop und tourte mit den Backstreet Boys, doch glücklicherweise schmiss ihn seine Plattenfirma raus, bevor er sein Debütalbum aufnehmen konnte. So erfand er sich als JMSN neu und gründete sein eigenes Label. Nun macht er betont unkrawalligen R&B, Anfang des Jahres erschien sein Album †Priscilla†. Das düstere Alone ist (bis jetzt) sein bester Song.

Kettcar Rettung

Kettcar – Rettung
Der charmanteste Song des Jahres stammt von der Hamburger Band Kettcar. Es ist die Geschichte eines Liebenden, der die völlig betrunkene “Liebe seines Lebens” nach Hause schleppen muss und sich dort trotz Sabber und Erbrochenem im Haar rührend um sie kümmert. Weil sich wahre Liebe eben nicht in den schönen Momenten des Lebens zeigt. Dazu gibt es eines dieser rückwärts laufenden Videos, die in den 90ern so in waren.

Killer Mike R.A.P. Music

Killer Mike – R.A.P. Music
Killer Mike war lange nur durch seine Zusammenarbeit mit den HipHop-Legenden Outkast bekannt, aber er hat seit 2003 schon sechs Soloalben veröffentlicht. Das letzte entstand in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Untergrundrapper El-P, der alle Beats für R.A.P. Music produzierteIm Titeltrack erklärt er Rap-Musik als seinen Zugang zur Religion und verwurzelt sie in der reichhaltigen Tradition schwarzer amerikanischer Musik.

 Kraftklub Songs für Liam

Kraftklub – Songs für Liam
Auch als Möchtegern-Pop-Intellektueller braucht man ab und zu einen Song zum betrunken mitgröhlen. Die fünf Chemnitzer vom Kraftklub prangern hier einige der größeren Probleme dieser Welt an (Til-Schweiger-Filme, 90s-Revival), um sie dann in einem der eingängigsten deutschsprachigen Refrains der letzten Jahre auf simple aber effektive Weise zu lösen. Nur eure Freunde geben wir nicht wieder her.

Me And My Drummer You're A Runner

Me And My Drummer – You’re A Runner
Das eine gute Debütsingle der Musikkarriere förderlich sein kann, sollte bekannt sein. Aber You’re A Runner, die erste Single der Wahlberliner Me And My Drummer, ist dermaßen überwältigend, dass der Song einen kleinen Hype um Band los trat. Und so konnten sie schon vor der Veröffentlichung ihres Albums The Hawk, The Beak, The Prey mittelgroße Säle wie das Berliner Lido ausverkaufen. Und diese dann in absoluter Ehrfurcht zurück lassen.

Nite Jewel One Second Of Love

Nite Jewel – One Second Of Love
Ramona Gonzales aka Nite Jewel begann ihre Musikkarriere mit verhuschten, leisen Songs. Auf ihrem zweiten Album One Second Of Love kann man eine Musikerin beobachten, die sich immer mehr selbst findet. Und solch eingängige Pop-Perlen wie den Titeltrack hervorzaubern kann. Das Video ist eher…äh…seltsam.

Santigold Master of My Make-Believe

Santigold – The Keepers
Santigolds zweites Album Master Of My Make-Believe erreicht leider nicht die Höhen ihres 2008er-Debüts, aber schlecht ist es deswegen noch lange nicht. Heraus ragt dieser Song: Eine verspätete Antwort auf Kim Wildes Kids In America und ein eingängiger Abgesang auf den amerikanischen Traum.

Schoolboy Q Habits & Contradictions

Schoolboy Q – Hands On The Wheel (feat. A$AP Rocky)
Zwei der gehyptesten MCs des Jahres, ein absolut mitreißender Beat und eine politisch unkorrekte Hymne ans Betrunken-Auto-fahren. Schade, dass die Jungs ihr Talent selten für sinnvollere Texte nutzen, aber unterhaltsam ist Hands On The Wheel auf jeden Fall.

Scott Kid White Noise

Scott Kid – Ready For Love (feat. Agina Alvarez)
Scott Kid ist einer der zahlreichen The Weeknd-Epigonen, die in diesem Jahr die Blogs fluten. Aber im Gegensatz zu den meisten anderen hat er einen Song, der Eindruck hinterlässt: Ready For Love ist eine emotionale Abrechnung am Ende einer gescheiterten Beziehung. Und das Crescendo am Ende lässt einen atemlos zurück. (DOWNLOAD)

Usher Climax

Usher – Climax
Ushers siebtes Album gilt als das wichtigste seiner Karriere, nachdem sich der Vorgänger Raymond v. Raymond für Superstar-Verhältnisse lächerliche 2.000.000 mal verkauft hat. Um so erstaunlicher, dass die erste Single wahrscheinlich der dezenteste Song ist, den er je gesungen hat. Climax bietet eine tolle Produktion vom Starproduzenten Diplo und schön gesungene Vocals. Leider wurde der Mut nicht belohnt, außer im Musikgeschmack-Wunderland England kam der Song in keinen relevanten Charts in die Top10.

2 Antworten

  1. […] Hier geht’s zu den besten Songs der ersten Jahreshälfte. […]

  2. […] man, dass die Band ihren Sound noch nicht 100-prozentig gefunden hat, aber neben der Übersingle You’re A Runner gibt es eine Reihe weiterer überzeugender […]

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