Musik: Die 10 besten Alben des Jahres 2010

Hier sind sie: Die zehn besten Alben des Jahres 2010. Ohne eigentlich sichere Kandidaten wie Massive Attack und LCD Soundsystem, die die hohen Erwartungen enttäuschen. Dafür mit einer gesunden Mischung aus alten Helden und erfrischenden Debütanten.

Sir Lucious Left FootBig Boi – Sir Lucious Left Foot: The Son Of Chico Dusty
Auf das längst überfällige Solodebüt der besseren Hälfte von Outkast musste man lange warten, da sein langjähriges Label Arista sich weigerte, das Album zu veröffentlichen, es wäre angeblich nicht kommerziell genug. Big Boi ging dann weiter zu Def Jam, durfte aber die Duette mit Outkast-Partner André 3000 nicht mit auf die Platte packen. So fehlen Songs wie das großartige Lookin For Ya, aber auch auf dem Rest gibt der Altmeister auf großartigen Beats den Kids Lektionen in Flow und Charisma:

Shutterbugg (feat. Cutty)
Night Night (feat. B.o.B & Joi)
Shine Blockas (feat. Gucci Mane)

Caribou SwimCaribou – Swim
Caribou aka Daniel Snaith ist promovierter Mathematiker und macht sehr organisierte, aber trotzdem organische Musik. Bisher war er eher für verkopften Pop bekannt. Sein im Frühjahr erschienenes Album Swim ist aber elektronisch, die komplexen Beats sind mitreißend und manchmal sogar tanzbar. Was es aber von anderen Dance-Alben abhebt sind die Lyrics: Mit schöner Stimme vorgetragene erwachsene Geschichten über Beziehungen und ihre Enden. Das großartige Sun hatte ich schon vorgestellt, hier kommen noch drei andere Anspieltipps:

Odessa (Download)
Leave House
Jamelia (feat. Luke Lalonde)

ceo – White Magic
Das Solodebüt des Tough Alliance-Sängers und Sincerely Yours-Labelbosses ist mit seinen 28 Minuten Laufzeit zwar eher eine EP als ein volles Album, aber in den 8 Tracks der Scheibe steckt eine unfassbare Kreativität. Techno, Indie, Chillwave und Pop fügen sich zu einem funktionierenden, gutgelaunten Ganzen zusammen.

Illuminata
White Magic
Come With Me (Download)

Crystal Castles 2010

Crystal Castles – Crystal Castles 2010
Den selbstbenannten Zweitling der kanadischen Radaubruder und -schwester sollte man nicht mit dem ebenfalls selbstbetitelten Debütalbum von 2008 verwechseln. War das erste Werk noch größtenteils ein Sammlung von vorher veröffentlichten Singles und B-Seiten, haben die Beiden diesmal ein komplettes Album aufgenommen. Dazu entwickelten sie den Sound der wenigen, aber absolut genialen neuen Tracks ihres Debüts weiter und schufen ein in sich schlüssiges Werk, dass die Energie und Aggression ihrer Live-Shows mit ruhigen, entspannten Momenten verbindet.

Celestica
Baptism
Year Of Silence

Germany Germany RadiowaveGermany Germany – Radiowave
Germany Germany kommt selbstverständlich nicht aus Deutschland, sondern ist das Projekt des Kanadiers Drew Harris. Dieser ist erst seit Anfang des Jahres unter dem Namen unterwegs, hat aber schon eine Menge kreativen Output fabriziert. Das erste kommerzielle Album schwankt zwischen Tanzbarkeit, 80er-Pop und entspannten elektronischen Sounds.

River (Download)
Moon

I Can’t Be

Gorillaz Plastic BeachGorillaz – Plastic Beach
Das neue Album der Gorillaz ist leider nicht so überragend wie der Vorgänger Demon Days, dafür fehlt ein wenig die Tiefe und ein herrlich bescheuerter Sommerhit wie Dare. Aber trotzdem sind die Gorillaz immer noch der lebendeanimierte Beweis, dass massentaugliche Popmusik nicht dumm sein muss.
Die Armada an Gaststars und die Zitate aus ziemlich jedem Popgenre seit den 60ern hätte einem schlechten Produzenten völlig aus dem Ruder laufen können, aber Damon Albarn fügt es mühelos zu einem funktionierenden Ganzen zusammen. Und als Bonus gab es dazu noch das beste Konzert des Jahres.

Empire Ants (feat. Little Dragon)
On Melancholy Hill
Sweepstakes (feat. Mos Def & Hypnotic Brass Ensemble)

Janelle Monáe The ArchAndroidJanelle Monáe – The ArchAndroid (Suites II And III)
Janelle Monáe stammt aus dem Outkast-Umfeld und verfolgt wie diese einen sehr progressiven Umgang mit HipHop und R&B. Sie mischt diese Musik mit Soul, Pop und Filmmusik, und schuf so das wahrscheinlich erste R&B-Konzeptalbum.
The ArchAndoid führt die Geschichte ihrer ersten EP The Chase fort und erzählt von den weiteren Erlebnisses des Androids Cindi Mayweather, die sich in einen Menschen verliebt und deshalb in einer futuristischen Welt vor dem Gesetz fliehen muss. Das Album bietet 70 Minuten voller großartiger musikalischer und lyrischer Ideen, bleibt aber trotz des Konzepts und der teilweise hochkulturellen Einflüsse immer zugänglich, denn die meisten Songs funktionieren auch ohne den Kontext. Cold War gehört zu den besten Songs des Jahres, und auch der Rest überzeugt:

Dance Or Die (feat. Saul Williams)
Wondaland
Make The Bus (feat. Of Montreal)

Robyn Bodytalk Pt. 1Robyn – Body Talk (Pt. 1)
Robyns Body Talk-Triologie war eines der spannensten Musikprojekte des Jahres. Die schwedische Sängerin veröffentlichte 2010 drei Mini-Alben mit ingesamt 19 neuen Songs. Leider war am Ende ein wenig die Luft raus, und so bleibt der erste Teil der Beste. Er überzeugt mit den breitgefächertsten Einflüssen und den besten Popsongs. Und es gibt immer noch keine andere Sängerin, die so sicher Tanzbarkeit und ehrliche Gefühle verbinden kann.

Dancing On My Own
Cry When You Get Older
Dancehall Queen

Salem King NightSalem – King Night
Salem klingen wie nichts, was vorher da war, die Band aus Michigan hat einen komplett eigenen Sound entwickelt. Bisher machten sie mit ein paar EPs und Remixen von Rap-Songs auf sich aufmerksam, 2010 erschien dann ihr Debütalbum King Night. Der Opener und Titeltrack klingt wie der Soundtrack zum Armageddon, komplett mit Engelschören und Bässen direkt aus der Hölle. Andere Songs beinhalten heruntergepitchte Rhymes ihres Rappers Jack Donoghue oder die wunderschönen, aber kaum verständlichen Vocals der Sängerin Heather Marlatt. Dazu spielt Produzent John Holland die Synthies und dreht die Regler auf Anschlag. Sicherlich Musik, die nicht jedem gefällt, aber dafür auch Musik, die nicht einfach die erfolgreichsten Bands der Vorwoche kopiert.

King Night (Download)
Tair
Redlights

Zola Jesus Stridulum IIZola Jesus – Stridulum II
Zola Jesus ist die 21jährige Amerikanerin Nika Roza Danilova. Sie verbindet düsteren, an Siouxsie And The Banshees erinnernden Gesang mit moderner Produktionstechnik und gilt damit als die Frontfrau einer neuen Gothic-Bewegung. Dunkle, fast wie Orgeln klingende Synthieflächen treffen auf passioniert vorgetragene Texte über Liebe und Verlangen. Die ersten sechs Songs erschienen in den USA als Stridulum EP, für den europäischen Markt wurde die Platte um drei großartige Songs ergänzt und als Stridulum II veröffentlicht. Musik für die Nacht.

Night (Download)
Stridulum
Lightsick

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